Trotz anhaltender Schmerzen: Ski-Alpin-Star erlebt kurz vor Olympia sein Comeback des Jahres
Kronplatz/Bruneck (Italien) – Im April 2025, als die Ski-Alpin-Saison eigentlich schon beendet war, erlitt Ausnahmeathletin Federica Brignone (35) eine schwere Knieverletzung. Bei den Italienischen Meisterschaften in Bellamonte zog sie sich einen Bruch des Schienbeinkopfes sowie des Wadenbeinkopfes am linken Knie zu. Jetzt meldet sich die Italienerin mit einem beeindruckenden Comeback zurück.
Nur wenige Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele in ihrem Heimatland trat sie am Dienstag erstmals wieder im Weltcup an und belegte im ersten Lauf des Riesenslaloms in Kronplatz den siebten Platz.
Schon im Vorfeld hatte Brignone offenbart, dass sie täglich mit Schmerzen kämpft, aber dennoch ausprobieren möchte, ob sie für ihre möglicherweise letzten Olympischen Spiele bereit ist. „Ich muss testen, wie mein Körper, mein Kopf und mein Bein reagieren“, erklärte sie vor dem Wettkampf.
Diesen ersten Versuch meisterte sie mit Bravour und kann nun darauf hoffen, in Mailand und Cortina noch einmal an den Start zu gehen.
„Unglaublich, wie schnell Brignone nach ihrem schweren Kniebruch zurückgekehrt ist. Das Positive war, dass das Kreuzband nicht verletzt wurde – es handelte sich um eine reine Knochenfraktur, die mehrere Operationen erforderte“, zeigte sich auch Eurosport-Kommentatorin Martina Lechner (47) beeindruckt.
Mit der – in diesem Fall – glücklichen Startnummer 13 ging Brignone ins Rennen und bewältigte ihre Schwünge, als wäre sie nie weg gewesen. „Das sieht wirklich großartig aus“, lobte auch die frühere Skirennläuferin Lechner nach der ersten Rennhälfte.
Schon mit dem bloßen Auge ist zu erkennen, dass die Muskulatur bei der zweifachen Weltmeisterin noch nicht wieder vollkommen ausgeglichen ist – das linke Bein wirkt deutlich schlanker als das rechte.
Dennoch ließ sich die Italienerin davon nicht bremsen und zauberte eine starke Laufzeit in den Schnee, mit der sie nach dem ersten Durchgang alle überraschte. „Ich finde, es ist fast etwas zu früh, aber wenn sie das braucht, um ihre Motivation für Olympia zu stärken, warum nicht?“, kommentierte Lechner.
„Das ist definitiv das Comeback des Jahres“, bestätigte auch Kommentator Guido Huber (55), als Brignone zunächst auf Rang sechs ins Ziel kam. Dort feierten die italienischen Fans sie begeistert, die Stimmung war gigantisch, und Brignone hob immer wieder jubelnd die Arme.
Nach dem ersten Lauf führt die Schwedin Sara Hector vor der Schweizerin Camille Rast und der Österreicherin Julia Scheib. Beste Deutsche nach dem ersten Durchgang ist Lena Dürr auf Platz 15.